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bb.lexika.steuer

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Einlagen: « Vorheriges Thema (Einkünfte)Nächstes Thema » (Einlagen - Abschreibung)

Darunter ist die Überführung von Wirtschaftsgütern einer natürlichen Person zu verstehen, die aus dem Privatvermögen dem Betrieb zugeführt werden. Einlagen sind möglich z.B. in Einzelunternehmen oder Personengesellschaften wie KG, OHG, BGB-Gesellschaften.

Als Gegenstand einer Einlage kommen in Betracht

  • materielle und immaterielle Wirtschaftsgüter
    (BFH, 15.07.1976 - I R 17/74, BStBl II 1976, 748)

  • Nutzungen und Leistungen

  • Nutzungsrechte, z.B. die Erlaubnis zur Ausbeutung von Bodenschätzen
    (BFH, 16.11.1977 - I R 83/75, BStBl II 1978, 386)

Nicht eingelegt werden können dagegen

  • bloße Nutzungsvorteile (z.B. Überlassung eines Gebäudes)

  • die eigene Arbeitsleistung

  • Wirtschaftsgüter, die notwendiges Privatvermögen sind, weil sie zu mehr als 90 % privat genutzt werden.

Praxistipp:
Der nur gelegentlich für Betriebsfahrten (8 %) benutzte Pkw, den sonst z.B. die Ehefrau oder Kinder nutzen, kann zwar nicht in das Betriebsvermögen eingelegt werden. Gleichwohl werden aber die privat getragenen Kosten, die anteilig auf die betrieblichen Fahrten entfallen, in den Betrieb eingelegt und können gewinnmindernd erfasst werden.


Eine Einlage setzt grundsätzlich eine konkrete Einlagehandlung voraus, in der sich die Zuordnung des Wirtschaftsgutes zum Betriebsvermögen dokumentiert. Eine solche nachvollziehbare Einlagehandlung ist vor allem dann wichtig, wenn ein Wirtschaftsgut als gewillkürtes Betriebsvermögen eingelegt wird.

Praxistipp:
Um Schwierigkeiten mit den Finanzamt zu vermeiden, sollte die Einlage möglichst umgehend in der Buchführung erfasst werden.


Einlagen sind grundsätzlich mit dem Teilwert des eingelegten Wirtschaftsgutes zu bewerten. Hiervon ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die innerhalb der letzten drei Jahre angeschafft wurden. In diesem Fall sind höchstens die Anschaffungskosten, bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern abzüglich Abschreibung, anzusetzen (§ 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG).

Hinweis:
Bei Wirtschaftsgütern, die bisher im Rahmen von Überschusseinkünften genutzt wurden und bereits ganz oder teilweise abgeschrieben sind, kann durch die Einlage zum Teilwert ab 1999 kein neues betriebliches Abschreibungsvolumen geschaffen werden, vgl. Einlagen - Abschreibung.


Beispiel:
Karl Schreiber ist als Arbeitnehmer einer Elektrofirma tätig. Für berufliche Zwecke hatte er sich vor 5 Jahren einen PC samt Drucker und Zubehör für 4.000 EUR gekauft und inzwischen als Werbungskosten voll abgeschrieben. Sei kurzem arbeitet Schreiber nebenberuflich als Schriftsteller und benutzt zur Abfassung der Texte häufig seinen Computer. Der Wert des Computers samt Zubehör beträgt im Moment 750 EUR.

Lösung:

Schreiber kann den bereits voll abgeschriebenen Computer in sein Betriebsvermögen als freier Schriftsteller zum Teilwert von 750 EUR einlegen. Abschreibungen kann er nicht geltend machen:

Die Bemessungsgrundlage für evtl. Abschreibungen beträgt:

Bemessungsgrundlage

0 EUR

Anschaffungskosten

4.000 EUR

im Rahmen von
§ 19 EStG abgezogene AfA

4.000 EUR



------------


Eine Gewinnminderung ergibt sich aber dann, wenn der Computer verschrottet wird oder Schreiber den Computer veräußert.



Als Sacheinlage in eine unbeschränkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaft kann ein Unternehmer seinen Betrieb oder seinen Teilbetrieb oder ein Mitunternehmer seinen Mitunternehmeranteil einbringen. Erhält er als Entgelt neue Anteile an der Kapitalgesellschaft, entstehen diese bei der Einbringung. Sie werden sozusagen beim Einbringungsvorgang geboren und heißen daher "einbringungsgeborene Anteile".
Die Kapitalgesellschaft darf das eingebrachte Betriebsvermögen ansetzen

  • mit den bisherigen Buchwerten,

  • mit den Teilwerten oder

  • mit Zwischenwerten zwischen Buch- und Teilwerten (§ 20 Abs. 2 UmwStG).

Der Einbringende behandelt den Wert, mit der die Kapitalgesellschaft das eingebrachte Betriebsvermögen ansetzt, als Veräußerungspreis seines Betriebs, Teilbetriebs oder Mitunternehmeranteils und als Anschaffungskosten des im Austausch hierfür erhaltenen Anteils an der Kapitalgesellschaft (§ 20 Abs. 4 Satz 1 UmwStG). In den meisten Fällen werden die einbringungsgeborenen Anteile Privatvermögen des Anteilseigners. Bringt dieser sie in ein Betriebsvermögen ein, sind sie mit den Anschaffungskosten nach § 20 Abs. 4 Satz 1 UmwStG anzusetzen (§ 21 Abs. 4 UmwStG).

In Höhe des Unterschieds zwischen dem bisherigen Buchwert und dem bei der Einbringung angesetzten Wert des eingebrachten Betriebsvermögens sind dessen stille Reserven durch den Einbringenden bereits bei der Einbringung als Veräußerungsgewinn nach § 20 Abs. 4 bis 6 UmwStG in Verbindung mit §§ 15, 16, 17, 23, 34 EStG zu versteuern.

Wurde das eingebrachte Betriebsvermögen zum Buchwert oder zu einem Zwischenwert zwischen Buchwert und Teilwert angesetzt, der einbringungsgeborene Anteil also unter dem Teilwert erworben, so hat der einbringende Anteilseigner bei einer späteren Veräußerung des Anteils einen Veräußerungsgewinn zu versteuern. Dieser ist wie folgt zu ermitteln (§ 21 Abs. 1 UmwStG):

Veräußerungspreis
- Veräußerungskosten
- Anschaffungskosten bei der Einbringung
= Veräußerungsgewinn

Die Einlage eines Grundstücks in das Betriebsvermögen gilt als Veräußerung nach § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG, wenn das Grundstück innerhalb von 10 Jahren seit seiner Anschaffung veräußert wird (§ 23 Abs. 1 Satz 5 Nr. 1 EStG).

Beispiel:
Unternehmer U hat ein Grundstück im Jahr 01 für 80.000 EUR privat angeschafft. Weil ein Nachbar daran ein großes Interesse hat, macht er U im April 05 ein Kaufangebot in Höhe von 250.000 EUR. Um die Versteuerung nach § 23 EStG zu vermeiden legt U das Grundstück noch im April 05 in sein Betriebsvermögen ein. Es hat zu diesem Zeitpunkt einen Teilwert von 220.000 EUR. U verkauft und überträgt dem Interessenten das Grundstück im Juni 05 zum Kaufpreis von 250.000 EUR.

Zwischen Anschaffung des Grundstücks und seiner Veräußerung im Juni 05 liegt ein Zeitraum von weniger als 10 Jahren. Wäre das Grundstück daher im Privatvermögen geblieben, hätte U das Veräußerungsgeschäft nach § 22 Nr. 2, § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG versteuern müssen. Ohne die Vorschrift des § 23 Abs. 1 Satz 5 Nr. 1 EStG hätte U die Versteuerung als privates Veräußerungsgeschäft durch Einlage in das Betriebsvermögen vermeiden können. Die Einlage wäre keine Anschaffung in diesem Sinne. Das Grundstück wäre zum Teilwert eingelegt und dann aus dem Betriebsvermögen veräußert worden. Als Bemessungsgrundlage für die Besteuerung des Veräußerungsgeschäfts wäre lediglich die Aufdeckung der stillen Reserven in Höhe von 30.000 EUR in Betracht gekommen. Nach § 23 Abs. 1 Satz 5 Nr. 1 EStG gilt aber die Einlage als Veräußerung. Als Veräußerungspreis gilt der Teilwert im Zeitpunkt der Einlage in Höhe von 220.000 EUR.

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